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Zusammenarbeit mit METIB aus der Sicht des Generalunternehmers – Häufig gestellte Fragen (Q&A) Teil 1

Letzte Aktualisierung: 10.11.2025

Zusammenarbeitsrahmen und Entwurfsgrundlagen

METIB ist ein Ingenieurbüro, das sich auf Tragwerksplanung und begleitende Dienstleistungen im Investitionsprozess spezialisiert hat.
Wir arbeiten als Nachunternehmer im Rahmen größerer Projekte – von der Konzept- und Ausschreibungsphase über die Ausführungs- und Werkstattplanung bis hin zur Unterstützung auf der Baustelle und der Abnahme.

Das folgende Q&A fasst die wichtigsten Themen aus der Perspektive des Generalunternehmers (GU) zusammen, um eine Zusammenarbeit zu gewährleisten, die vorhersehbar, normenkonform und kosteneffizient ist.
Es bündelt unsere Erfahrungen aus Projekten im Stahl-, Stahlbeton- und Mischbau, die sowohl in traditionellen als auch in integrierten (BIM/CDE) Arbeitsabläufen umgesetzt wurden.
Da es viele Themen gibt, haben wir das Material in zwei Teile gegliedert.

Im ersten Teil konzentrieren wir uns auf die organisatorischen, prozeduralen und technischen Aspekte der Zusammenarbeit zwischen METIB und dem Generalunternehmer.
Wir erläutern, wie wir den Leistungsumfang und die Verantwortlichkeiten definieren, Kommunikationswege festlegen, Eingangsdaten bestimmen, BIM-Regeln anwenden und die Projektplanung strukturieren.
Für den Leser – GU, Projektleiter oder Fachkoordinator – dient dieser Teil als Leitfaden „Wie wir arbeiten“, bevor auf Ausführungsdetails eingegangen wird.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Leistungsumfang und Verantwortlichkeiten
  2. Organisation, Kommunikation, SLA
  3. Eingabedaten und Randbedingungen
  4. Normen, Standards und Qualität
  5. BIM, Fachkoordination und Datenaustausch
  6. Terminplanung und Projektsteuerung
  7. Fazit

Diesen Artikel liest du in 5 Minuten.

Leistungsumfang und Verantwortlichkeiten

F: In welchem Kooperationsmodell arbeiten Sie am häufigsten – als Hauptplaner oder Fachplaner?
A: Wir treten meist als Fachplaner für Tragwerksplanung innerhalb eines multidisziplinären Teams auf und berichten an den Hauptplaner oder direkt an den GU.
Wir können auch die Koordination von vorgefertigten oder Stahlkonstruktionen (Werkstattzeichnungen, Montage) übernehmen, sofern dies in der RASI- (RAM-) Verantwortlichkeitsmatrix festgelegt ist.

F: Wie definieren Sie den Leistungsumfang und gehen mit Änderungen um?
A: Der Leistungsumfang wird als Liste von Lieferobjekten (Modelle, Zeichnungen, Berechnungen, Stücklisten) und Tätigkeiten (Abstimmungen, Planeraufsicht, Beantwortung von Baustellenanfragen – RFI) definiert.
Nach dem Design Freeze werden alle Änderungen an den Eingabedaten über das Change-Request-Verfahren abgewickelt (Beschreibung → Auswirkung auf Zeit/Kosten/Risiko → Entscheidung), mit vollständiger Nachverfolgbarkeit im Common Data Environment (CDE).

F: Umfasst Ihr Leistungsumfang auch temporäre Konstruktionen (Unterstützungen, Montageplanung)?
A: Ja – sofern dies in der Bestellung angegeben ist. Für temporäre Konstruktionen legen wir einen separaten Berechnungs-, Zeichen- und Verantwortlichkeitsprozess fest.

Organisation, Kommunikation, SLA

F: Wie sieht Ihr Standardprozess für Kommunikation und Freigabe der Dokumentation aus?
A: Wir definieren eindeutige Ansprechpartner und arbeiten vollständig innerhalb eines CDE (Common Data Environment). Versionierung, Freigaben und Kommentare werden ausschließlich im CDE abgewickelt, um „parallele Versionen“ zu vermeiden und Entscheidungen zu beschleunigen.

F: Welche Reaktionszeiten (SLA) gelten bei Ihnen?
A:

  • Kritische RFIs (baurelevante Anfragen): Antwort innerhalb von 24–48 Stunden
  • Geplante/klärende RFIs: innerhalb von 3–5 Arbeitstagen
  • Überarbeitete Dokumentation nach Kommentaren: in der Regel innerhalb von 3–10 Arbeitstagen (je nach Umfang)

Die SLA-Parameter werden im Projektmanagementplan (PMP) festgelegt und im CDE hinterlegt.

F: Wie führen Sie Koordinationsbesprechungen durch?
A: Wöchentliche Statusmeetings (30–60 Minuten), fachübergreifende Koordinationssitzungen gemäß dem Zeitplan des GUs sowie Protokolle mit Entscheidungen, Aufgabenlisten, Terminen und Verantwortlichkeiten.

Eingabedaten und Randbedingungen

F: Welche Mindestdaten sind für den Projektstart erforderlich?
A: Aktuelle Architektur- und Achsplanung, technologische Annahmen (falls relevant), Lastannahmen, geotechnische und Grundwasserbedingungen, Anforderungen des Investors, Standards und Richtlinien (Normen, Expositionsklassen, Feuerwiderstand) sowie der grobe Projektzeitplan.
Fehlende Informationen werden in einer Start-Checkliste erfasst.

F: Wie gehen Sie bei unsicheren geotechnischen Bedingungen vor?
A: Wir führen ein Georisikoregister, kennzeichnen sensible Bauteile, entwickeln alternative Gründungsvarianten und übertragen die Risiken in den Projekt-Risikoplan, mit Entscheidungspunkten nach Vorliegen ergänzender Bodenuntersuchungen.

Normen, Standards und Qualität

F: Nach welchen Normen planen Sie?
A: Nach den Eurocodes (PN-EN) einschließlich der jeweiligen Nationalen Anhänge, ergänzt durch Investorenanforderungen und lokale Vorschriften. Bei Spezialbauten werden zusätzliche branchenspezifische Richtlinien angewendet.

F: Wie stellen Sie die Qualität der Unterlagen sicher?
A: Durch doppelte Überprüfung (Peer Review + formale Kontrolle), Checklisten für Berechnungen und Zeichnungen, Konsistenzprüfung zwischen Modell und Zeichnungen, Kollisionsprüfung sowie Abschlussberichte über die Umsetzung von Kommentaren. Jede Revision enthält einen definierten Änderungsumfang und ein Änderungsprotokoll.

F: Arbeiten Sie gemäß ISO 19650 (BIM)?
A: Ja – sofern das Projekt dies erfordert. Wir verwenden eine strukturierte Ordnerhierarchie, Statuskennzeichnungen und Klassifikationen für Modelle und Zeichnungen gemäß den EIR (Employer’s Information Requirements) und dem BEP (BIM Execution Plan), mit vereinbarten Benennungskonventionen und Informationsstufen (LOI/LOD).

F: Wie handhaben Sie Unterschriften und Verantwortlichkeiten nach dem Baugesetz?
A: Sämtliche Dokumentation wird von zugelassenen Planern und einem Prüfingenieur gemäß den Artikeln 20–21 des polnischen Baugesetzes unterzeichnet. Wir verfügen über eine Berufshaftpflichtversicherung; Deckungssumme und Umfang werden vor Projektbeginn bestätigt.

BIM, Fachkoordination und Datenaustausch

F: In welchen Formaten liefern Sie Daten?
A: Gemäß den EIR (Employer’s Information Requirements) und dem BEP (BIM Execution Plan):

  • Modelle: IFC als Standardaustauschformat; native Formate nach Vereinbarung
  • Zeichnungen: PDF + DWG/DXF
  • Listen: XLSX/CSV
  • Kollisionsberichte: BCF/HTML

Wir halten uns an die vereinbarte Struktur, Benennung, Statuskennzeichnungen und Informationsstufen (LOD/LOI).

F: Wer ist für die fachübergreifende Koordination verantwortlich?
A: In der Regel liegt die Koordination beim GU oder Hauptplaner. METIB ist für die Koordination innerhalb der Tragwerksplanung verantwortlich und nimmt aktiv an Kollisionsprüfungen teil, dokumentiert und schließt Konflikte im CDE (Status: offen / geschlossen / bedingt).

F: Führen Sie „Constructability Reviews“ durch?
A: Ja. Wir überprüfen die Montagefähigkeit, die Reihenfolge der Arbeiten, die Zugänglichkeit für Geräte, Toleranzen und die logische Bauteilaufteilung und schlagen gegebenenfalls Korrekturen vor – vor dem Design Freeze.

Terminplanung und Projektsteuerung

F: Wie stimmen Sie den Planungszeitplan mit der Bauausführung ab?
A: Die Dokumentation wird in Pakete unterteilt, die der Bauabfolge entsprechen (Fundamente, Stützen, Rahmen, Aussteifungen usw.).
Die Planungsmeilensteine werden mit den Bau-Meilensteinen verknüpft. Der kritische Pfad wird überwacht und der Fortschritt regelmäßig berichtet.

F: Was geschieht bei Terminüberschneidungen oder externen Verzögerungen?
A: Wir führen eine Neusequenzierung der Pakete und/oder parallele Berechnungs- und Zeichenprozesse durch. Jede Anpassung beinhaltet eine Analyse der Auswirkungen auf Zeit, Kosten und Risiken und schlägt alternative Lösungen vor.

Fazit

METIB ist ein Planungsbüro, das sich auf Stahl-, Stahlbeton- und Mischkonstruktionen spezialisiert hat.
Im ersten Teil des Q&A beschreiben wir, wie die Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer abläuft – von der Festlegung des Leistungsumfangs und der Verantwortlichkeiten über die Kommunikation in der BIM/CDE-Umgebung bis hin zur Qualitätskontrolle und Terminplanung.
Unser Ziel ist ein transparenter Planungsprozess, der den Normen entspricht und kosteneffizient ist.
Dank klar definierter Regeln unterstützt METIB den Generalunternehmer bei der reibungslosen Umsetzung des Projekts – von der Konzeptphase bis zur Bauausführung.

METIB
Ingenieur Büro

Wir laden alle Interessenten herzlichst zur Zusammenarbeit mit uns ein.

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